Am späten Nachmittag waren wir dann in Ise und machten uns zu Fuss auf zum Geku, dem äußeren der beiden Ise-Schreine... der Geku wurde im Jahre 477 als Heiligtum zur Verehrung von Toyouke Omikami, der Göttin der Kleidung, Nahrung (besonders Reis!!!) und des Haushalts, gegründet, die auch die Sonnengöttin Amaterasu Omikami mit ihren täglichen Speisen versorgt. Deswegen gibt es auch zwei mal täglich heilige Zeremonien zur Nahrungsübergabe (...die wir aber verpasst haben, falls man sie überhaupt als Besucher zu sehen bekommt). Generell liegen beide Schreine in einem wunderschönen Wald, der auch dazu dient alle 20 Jahre alle Temeplgebäude neu zu errichten, das entspricht dem Shinto-Glaube des Werden und Vergehens... deswegen sind diese Tempel auch schlichte Holzbauten (nur mit etwas Gold am Dachfirst...) und nicht wie sonst rot lackiert... die eigentlichen Tempel darf man nicht fotografieren (obwohl Mara es (in Unwissenheit) probiert hat und einen tief in der Meditation versunkenen Mönch afgeschreckt hat, der sofort nach vorne gelaufen kam und sagt: ...no picture, please...), allerdings alle Nebentempel (die dann andere Götter gewidmet sind, Shintoismus verehrt so ziemlich jede Naturgottheit wie z. Bsp. auch einen Wasserfall...) darf man fotografieren und da der Stil identisch ist, könnt ihr euch ein gutes Bild davon machen...
...dann ging es weiter zum Naiku, dem inneren Schrein... er ist der Sonnengöttin Amaterasu Omikami gewidmet, die die Ahnenherrin des japanischen Kaiserhauses ist und auch die Schutzgöttin Japans... sie gab damals dem Herrscherhaus drei Insignien, wovon einer der heilige Spiegel Yata no kagami ist, der genau hier aufbewahrt werden soll... wie immer darf man die Schreine an sich nicht betreten, allerdings gelang es mir unter einem Zaun hindurch ein Foto vom Inneren des Schreins zu machen (wie erwartet ziemlich leer... aber mit einer Kiste...), keine Sorge das Allerheiligste des Schreins ist von vier solchen Holzzäunen (und meditierenden Mönchen) geschützt, also habe ich jetzt keinen bösen Fluch auf mir lasten... eigentlich betritt man das gesamte Gelände über eine Holzbrücke Uji-bashu über den heiligen Fluss Isuzu, was Herz und Seele reinigen soll... leider war diese Brücke im Umbau begriffen (Werden und Vergehen...) und wir mussten eine kleinere Betonbrücke gehen (naja)...
Abschließend bleibt zu sagen, dass die Atmosphäre in diesem Schrein wirklich !!!unglaublich!!! ist, der riesige Wald, Grillen zirpen super laut und super intensiv, Vögel zwitschern, das Wasser plätschert und überall schlichte Holztempel, es war einfach toll!!! Nicht umsonst gilt der Ise-Schrein als der schönste in Japan und 6 Mio. Menschen pilgern jährlich dorthin!
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